Autor: Designlines
Wieviele afrikanische Designer können sie aufzählen? Wir nehmen mal an: keinen bis einen. Obwohl auf den Möbelmessen in den letzten Jahren Zitate traditioneller Techniken und Materialien von dem Kontinent auftauchten, dem westlichen Designverständnis angepasst. Ethno ist wieder oben auf der Stil-Agenda, und das Handwerk feiert eine triumphale Rückkehr ins Design. Dass Afrika gerade vor diesem Hintergrund besonders interessant wird, ist kein Wunder: Seine kulturelle Diversität und seine handwerklichen Traditionen sind für unser ästhetisches Empfinden geradezu exzentrisch. Sie ist ein Stil-, Farben- und Formenpatchwork, und gerade deswegen so faszinierend.
Aber neben diesen lauten Tönen schlägt der Kontinent auch leisere an. Die nachhaltige Entwicklung der wirtschaftlich schwachen Regionen ist in Afrika ein beherrschendes Problem, für das den klimatischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen entsprechende Lösungen gefunden werden müssen. Welchen Beitrag Design und Architektur dabei leisten können, diese Frage steht im Mittelpunkt unseres Afrika-Specials. Ab heute stellen wir Ihnen vier Wochen lang Produkte und Projekte, Geschichten und Personen aus der südlichen Hälfte des Kontinents vor.
Viel Spaß in Afrika und bei der Fußball-WM!
Hier geht´s zu den Beiträgen:
Feel
Globalized Gestaltung – Gesellschaft und Kultur sind im Wandel, und das Design muss mit. Von den Auswirkungen zusammenrückender Kulturen auf die Gestaltung.
Voodoo im Kürbis – Raffiniertes Afrika: Von Maniok, Bredie und Tajine.
Spielzeitverlängerung – Von der Taschenlampe bis zum Flutlicht: Ressourcenschonende Lichtlösungen für Afrika.
40 Grad im Schatten – „Schulen für Afrika“ oder nachhaltige Bildung für alle: Projekte von Francis Kéré in Afrika.
Tropfen um Tropfen – Transport-Donuts, Nebelfänger und Karussell-Pumpen sollen Wasser selbst in Wüsten verfügbar machen.
Praxis
Logenplatz am Kap – Direkter Blick auf die Weinproduktion: das Weingut Waterkloof im südafrikanischen Stellenbosch.
Architektur für die Sinne – Ein lebendiger Ort: Die „Circa Gallery“ in Johannesburg von studioMAS architects.
Die Weisheit der Steine – Das Interpretation Center im südafrikanischen Mapungubwe Nationalpark macht Ökologie und Nachhaltigkeit zum Motor einer lokalen Entwicklung.
Produkte
Ibiscus – Verantwortung und Gemütlichkeit: das Sofa „Ibiscus" des senegalesischen Designers Dominique Pétot.
Thuthu – Ökologisch, ästhetisch und kulturell nachhaltig: der pilzförmige Hocker von Patty Johnson für den afrikanischen Möbelhersteller Mabeo Furniture.
Lab Light – Experiment geglückt: Die Leuchte von Anatomy Design ist das schönste Objekt Südafrikas 2010.
Südafrika 2010 – Grün, kubisch, lecker: praktische Box mit südafrikanischem Wein zur Fußball-WM.
Q Drum – Design als Problemlösung: Der rollbare Wassercontainer „Q Drum“ erleichtert den Transport von Trinkwasser in Entwicklungsländern.
African Chair – Von Breuer bis Grcic: Wie afrikanische (Sitz-)kultur den Westen inspiriert.
Zurück