Autor: Katja Neumann
Der Sommer ist nicht nur wegen der Wärme die bevorzugte Jahreszeit, auch wegen der hohen Lichteinstrahlung und der Helligkeit bis in den Abend hinein, geht es den Menschen einfach besser. Denn ein großes Maß an Tageslicht ist bekanntlich gut für das Gemüt. Der menschliche Körper erzeugt mehr Serotonin, der Botenstoff, der für Glücksgefühle sorgt. Zwar werden sogenannte Winterdepressionen auch mit Lichttherapie behandelt, im Allgemeinen ist jedoch bekannt, dass natürliches Licht dem Kunstlicht in Sachen Wohlbefinden deutlich überlegen ist.
Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist demnach ebenfalls elementar von Beleuchtung und Tageslicht abhängig. Außerdem, so haben Wissenschaftler herausgefunden, nehmen wir mittlerweile 80 bis 90 Prozent der Informationen, die wir verarbeiten, über die Augen auf, wozu die Qualität des Lichts ebenfalls entscheidend ist.
Verglaste Fassaden sind in der Architektur nicht nur modern, sie erzeugen auch den Eindruck von Helligkeit in den Räumen und damit Freundlichkeit und Offenheit. Im Innern des Glasgebäudes angelangt, erlebt der Besucher jedoch oft eine jähe Überraschung: Durch die Tönung der Scheiben zum Schutz vor Hitze ist es hier oftmals erstaunlich dunkel. Die Helligkeit wird durch Kunstlicht ergänzt, die Klimaanlage sorgt dazu für die nötige Kühle, was den Energieverbrauch wiederum in die Höhe treibt.
Licht oder Hitze – Die Qual der Wahl
Der Einsatz von Glasfassaden ist also eine komplexe Angelegenheit. Einerseits soll das Tageslicht optimal ausgenutzt werden, andererseits ist ein Hitzeschutz, auch durch äußere oder innere Blendschutzsysteme, unabdingbar. Kurz gesagt: Sonnenlicht soll strahlen, aber nicht aufheizen. Dazu kommen noch die jahreszeitlichen Schwankungen in der natürlichen Lichtintensität. Gute Fassadenkonzepte maximieren demnach im Winter den Tageslichteinfall und bieten gleichzeitig im Sommer einen wirksamen Sonnenschutz.
Deshalb konzentriert sich die Diskussion heute insbesondere auf Sonnenschutz-Gläser und ihren Gesamtenergiedurchlassungsgrad, den sogenannten g-Wert. Ein niedriger g-Wert trägt dazu bei, weniger aufheizende Strahlung in das Gebäude zu lassen und damit die Energiekosten zur Kühlung zu minimieren. Der Haken dabei: Je höher der Sonnenschutz, desto niedriger ist in der Regel die Lichtdurchlässigkeit.
Wieviel Tageslicht ist nötig?
Anhaltspunkte zur intelligenten Glasfassadenplanung von morgen bietet eine Studie, die das österreichische Bartenbach LichtLabor im Auftrag von Glas Trösch
durchführte. Dabei wurde die Tageslichtausbeute im Rauminneren bei der Verwendung verschiedener Glaslösungen und Blendsysteme untersucht. Zwar gibt es offizielle Richtlinien zur Tageslichtplanung, wie beispielsweise die deutsche Norm DIN 5034, Teil 1 bis 6, die die „Innenraumbeleuchtung mit Tageslicht“ als gegeben ansieht, wenn der Tageslichtquotient im Mittel bei 0,9 Prozent, also 90 Lux, liegt. Nur zum Vergleich: an einem Sonnentag können wir Beleuchtungsstärken von bis zu 100 000 Lux aufnehmen, zum Lesen wird eine Stärke von 500 Lux empfohlen. Demnach geht die empfohlene DIN Norm auch den Lichtspezialisten aus Österreich nicht weit genug. Sie empfehlen für einen Computerarbeitsplatz einen Tageslichtquotienten von zwei bis vier Prozent, für Gruppenräume einen Quotienten von drei bis vier und für Werkstätten gar sechs bis acht Prozent.
Die Studie
Die Ergebnisse ergaben sich auch aus der Tageslichtstudie von Glas Trösch. Dabei wurden anhand eines definierten „Musterbüros“ verschiedene Tageslichtlösungen an der Fassade simuliert und anschließend ausgewertet. Maßgeblich für die Tageslichtausbeute in Räumen ist auch der eingesetzte Blendschutz. Diese wurden unterschieden in primären Blendschutz, was zum Beispiel die Ausrichtung des Gebäudes oder die Anordnung des Arbeitsplatzes beinhaltet, sekundären, wie Außenjalousien oder Lamellen, und tertiären Blendschutz, womit innen liegende Vorrichtungen wie Rollos oder Jalousien gemeint sind. So wurde die Tageslichtberechnung jeweils mit innen bzw. außen liegendem und ganz ohne Blendschutz gemessen. Auch beim verwendeten Isolierglas wurden je drei Varianten untersucht: 80, 50 und 20 Prozent Lichtemission.
Das Ergebnis: Bei der Variante ohne Blendschutz erzielt eine Verglasung mit 80-prozentiger Lichtemission einen Tageslichtquotienten von rund 6,4 Prozent, also 640 Lux, und liegt damit deutlich über der Norm. Bei einer Lichttransmission von 50 Prozent verringert sich der Wert bereits auf circa 4 Prozent und bei 20 Prozent Lichttransmission liegt er bei nur noch ungefähr 1,6 Prozent.
Alleskönner Kombi-Gläser
Die Studie zeigt, wie viele verschiedene Faktoren bei der Tageslichtplanung zu berücksichtigen sind. So kann eine optimale Tageslichtausbeute einen schlechten Hitzeschutz zur Folge haben. Im Idealfall ist neben einem selektiven Sonnenschutz auch die Kontrolle des Tagslichtniveaus möglich. Entscheidend dafür ist neben der Ausrichtung des Gebäudes vor allem die Wahl des passenden Kombi-Glases. Glashersteller wie Glas Trösch bieten beispielweise Sonnenschutzgläser an, die sich neben einer hohen Lichttransmission auch durch optimalen Hitzeschutz im Sommer und effiziente Wärmedämmung im Winter auszeichnen. So lassen sich damit selbst bei bedecktem Himmel ohne zusätzliches Kunstlicht optimale Beleuchtungsstärken erzielen.
In Zeiten von Klimaerwärmung und zunehmend knapper Energieressourcen ist die optimale Nutzung des Tageslichts ein Thema, mit dem wir alle uns in Zukunft sicher noch eingehend auseinandersetzen müssen. Der Einsatz von Kombi-Gläsern ist also ein sinnvoller Schritt in der Gebäudeplanung, von dem der Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz schon heute profitieren kann: Arbeiten bei angenehmem Tageslicht ohne Schweißausbrüche.
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