Autor: Tim Berge
Wo gibt es eigentlich die Ziegel, die Peter Zumthor beim Diözesan-Museum in Köln eingesetzt hat? Und wer fertigte die Fliesen für die neue Synagoge in Mainz von Manuel Herz? Jede Bauaufgabe stellt neue Herausforderungen – nicht nur städtebaulicher, architektonischer und programmatischer Art. Manch räumliche Wirkung lässt sich nur mit neuen Materialien erzielen, die gerade erst erfunden wurden – oder noch auf ihre Entwicklung warten. Das Messeformat Architect@work, das seit 2010 auch in Düsseldorf stattfindet, präsentiert sich als Schnittstelle zwischen Planern und Herstellern. Hier gibt es vom 7. bis 8. Dezember 2011 speziell für Architekten und Innenarchitekten die Möglichkeit, einen unverbindlichen Einblick in die Möglichkeiten neuer Produkte und ihrer Entwicklungsmethoden zu erhalten.
Eines ist klar: Mit den Anforderungen an neue Produkte steigen auch die Anforderungen an diejenigen, die sie in ihren Gebäuden einplanen. Verordnungen und Gesetze zur Steigerung von funktionaler und energetischer Effizienz gehören zwar zum Gebot der Stunde, Spaß machen sie jedoch nicht. Die Architektenmesse Architect@work bietet sich hier als Brücke zwischen Planern beziehungsweise Gestaltern und Herstellern an. Dass die Bedürfnisse der Zielgruppen dabei eine große Rolle spielen, zeigt die Tatsache, dass alle gezeigten Produkte und Anwendungen der Düsseldorfer Messe im Vorfeld von einem Ausschuss aus Architekten und Innenarchitekten ausgewählt und beurteilt wurden. Dabei wird jeder eingereichte Beitrag beispielsweise auf seinen Innovationsfaktor hin geprüft.
Ton in Ton
In jedem Jahr gibt es auf der Architect@work einen Schwerpunkt: 2011 ist es der Werkstoff Ton, der die Grundlage für diverse Baumaterialien bildet, wie zum Beispiel Keramik. Das Kernthema wird eingerahmt durch die Ausstellung ThinKer des Planungsbüros Plan + B sowie ein Seminarprogramm, in dem Architekten über ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Werkstoff berichten und aktuelle Beispiele von realisierten Gebäuden zeigen, die aus Lehm gefertigt wurden.
Passend zum Thema präsentiert der Hersteller NBK Keramik erstmals seine neue Produktsparte Terrart – 3D Design, deren Produkte einen völlig neuen Herstellungsprozess durchlaufen und die durch das RAM-Press-Verfahren eine fast unbegrenzte Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Dabei wurde das System – das aus Projekten wie der Sammlung Brandhorst von Sauerbruch Hutton Architekten oder der Neuen Synagoge in Mainz von Manuel Herz bekannt ist und vielfach ausgezeichnet wurde – weiterentwickelt und löst sich nun vom rein extrudierten Fassaden-Element.
Auch ein – auf den ersten Blick alt wirkender – Ziegelstein wie der Kolumba von Petersen Tegl ist in Wahrheit eine Neuentwicklung: Er wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekten Peter Zumthor für das Diözesan-Museum Kolumba in Köln erdacht. Den handgemachten Ziegel aus Baukeramik gibt es in 36 verschiedenen Farbvarianten – auf Wunsch auch in Sondergrößen.
Keine Oberflächlichkeit
Dass Architektur und Design mehr ist als eine Anhäufung von Baumaterialien, zeigt die Architect@work mit ihrer diesjährigen Ausgabe. Die Messe widmet sich allen Facetten der Materialwelt – von der Forschung, über konkrete Produktinnovationen bis hin zu Dienstleistungen wie neuen Software-Anwendungen oder kunstgeschichtlichen Publikationen – und beweist dem Besucher, dass Oberflächen nicht gleich oberflächlich sind. Vielmehr können sie eine Idee von Raum, Wahrnehmung und Funktionalität vermitteln.
Die Möglichkeit, die neuesten Materialien und ihre Anwendungen anzuschauen, zu begutachten und anzufassen, bietet die Fachausstellung Architect@work am 7. und 8. Dezember 2011 in der Messe Düsseldorf.
Zu unserem Messe-Special geht eshier.
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