Autor: Julia Bluth, Fotograf: Marco Moog
Ein Leben ohne digitale Medien ist für viele inzwischen schwer vorstellbar. Doch im Vergleich zum technisch Möglichen verändert sich unser Alltag eher langsam. Noch immer leben die Wenigsten in intelligenten Häusern oder nutzen Fortbewegungsmittel ohne fossile Brennstoffe. Besonders gesellschaftliche Institutionen wie Kindergärten, Schulen und Seniorenheime sind oft nicht auf der Höhe der Zeit. Der westfälische Hersteller für Licht- und Gebäudetechnik Gira zeigt, wie es auch anders geht.
Als in der Freiherr-vom-Stein-Schule in Neumünster eine Renovierung anstand, entschieden Schulleitung und Stadtverwaltung, mehr als das dringend Nötige zu tun. Die Schule wurde nicht nur komplett saniert und erweitert, sondern umfassend mit zukunftsgerechter Gebäude- und Unterrichtstechnik ausgestattet. Die Senioren- und Pflegeeinrichtung Jeetzelgarten im elbländischen Danneberg hingegen beweist mit ihrem modernen Hausgemeinschaftskonzept, dass gerade ältere Menschen von digitalisiertem Wohnkomfort profitieren können.
Jugend ohne Kreidestaub
„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“ – während die Arbeitswelt sich rasant entwickelt, sehen sich Schüler oft noch mit Lehrmethoden konfrontiert, die beinahe so alt sind wie dieses beliebte Zitat. Um dem Problem von der Basis her entgegenzuwirken, wurden in der Freiherr-vom-Stein-Schule nicht nur alle Klassenräume auf computerbasierte Whiteboard-Tafeln umgestellt, sondern besonderes Augenmerk auf energieeffiziente Gebäudetechnik gelegt.
Das gesamte Schulgebäude wurde mit der sogenannten KNX/EIB-Systemtechnik ausgestattet - ein weltweit standardisiertes Installationssystem zur automatischen Steuerung betriebstechnischer Anlagen und Geräte. In allen Räumen der Gemeinschaftsschule gibt es einzeln ansteuerbare und bedarfsgerecht dimmbare Leuchten, die sich sowohl direkt über Tastsensoren als auch über die automatische Lichtsteuerung des KNX-Systems regulieren lassen. Eine schuleigene Wetterstation erfasst die herrschenden Helligkeitswerte, so dass beispielsweise bei strahlendem Sonnenschein die Leuchten stärker herunterdimmen als an dunklen Wintertagen. Als „Gehirn“ der intelligenten Vernetzung dient der Gira Facility Server, der über einen Touchscreen und über das Intranet der Schule bedient werden kann. Das ermöglicht Hausmeistern, Lehrkräften oder Schülern, sowohl individuelle Einstellungen für Licht, Fensteröffnung und Alarmfunktionen vorzunehmen als auch die aktuellen Verbrauchsdaten abzulesen und zu visualisieren. Gewonnene Daten werden im Unterricht anschließend als Lehrmaterial verwendet, um die Schüler schon früh für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren – Lernalltag in der energietransparenten Schule.
Smart im Alter
Kaum jemand möchte seinen Lebensabend im Seniorenheim verbringen, doch oft führt irgendwann kein Weg mehr daran vorbei. Glücklicherweise gibt es Orte wie die Pflegeeinrichtung Jeetzelgarten in Danneberg, die auch für Menschen mit Demenz ein möglichst selbstbestimmtes Leben bietet – dank eines komplexen Ruf- und Alarmsystems. Das Haus ermöglicht allen Bewohnern ein Maximum an Privatsphäre in den eigenen Räumen und stellt gleichzeitig viele gemeinschaftlich nutzbare Flächen zur Verfügung, in denen zusammen gespielt, gekocht oder gegessen werden kann.
Das gesamte Gebäude verfügt über das Rufsystem 834 und das Schalterprogramm E2 von Gira. Alle Privaträume wurden zusätzlich mit Gira Ruf- und Zugtastern ausgestattet. So kann jeder Bewohner vom Bett oder Badezimmer aus jederzeit Hilfe alarmieren. Gekoppelt wurde das Rufsystem mit einer mobilen Telefonanlage, die dem Pflegepersonal alle Probleme sofort anzeigt. Zusätzlich ist eine Brandmeldeanlage auf das System aufgeschaltet und eine weitere Schutzfunktion speziell für Demenzpatienten verfügbar: das Funkset für das Rufsystem 834. Die betroffenen Personen tragen einen mobilen Sender, der sich diskret in einem Armband oder Amulett versteckt. Dieser löst über das Rufsystem einen Alarm aus, sobald der Träger unbeaufsichtigt das Haus verlässt. Zimmersignalleuchten neben den jeweiligen Zimmertüren zeigen zusätzlich an, ob gerade Pflegepersonal anwesend ist oder Hilfe benötigt wird. So ermöglicht das komplexe System auch physisch oder mental eingeschränkten Personen maximale Beweglichkeit und ein Leben, das dem in den eigenen vier Wänden zumindest nah kommt. Smart home einmal anders.
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