
Mit gängigen Bollywood-Klischees hat dieser Bar- und Restaurant-Komplex im Zentrum der indischen Filmmetropole Mumbai wenig gemein. Kaum Gold und kein Glitzer, keine ekstatischen Farbräusche, kein überladenes Interieur. Allerdings: Eine Dosis Poesie sorgt auch bei der Gestaltung von The Tote on the Turf für ein besonderes Flair. Die alten, kolonialen Hallen wurden vom Architekturbüro Serie demontiert, restauriert und neu gedeutet. Wo früher Leerstand herrschte, strecken sich heute verästelte Stützen zur Decke des weißen Empfangsbereichs, und aufwändige Holzverleidungen in Facettenform schmücken die Wände des in dunklem Holz gehaltenen Bankett-Saals. Und auch wenn das zuerst nach der Inszenierung von Gegensätzen klingt, wird das Konzept durch ein übergeordnetes Thema zusammengefasst: Das architektonische Recycling des kolonialen Erbes steht ganz im Zeichen des hier heimischen Regenbaumes.
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Die 12. Architektur-Biennale in Venedig eröffnete am vergangenen Samstag mit einer klaren Aussage: Kuratiert von SANAA-Gründerin Kazuyo Sejima, stellt sie die Interaktion zwischen Mensch und Architektur in den Mittelpunkt und erteilt dem Formalismus der Altstars, wie er noch die vorherige Biennale bestimmte hatte, eine eindeutige Absage. Die Umsetzung des Mottos „People meet in Architecture“ verlief unterdessen vielseitig und reicht von fließenden Raumprogrammen bis hin zu einer erfrischend selbstkritischen Betrachtung der gebauten Umwelt. Aus der Reihe tanzt diesmal der deutsche Pavillon, der sich lediglich mit einem zu beschäftigen weiß: sich selbst.
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Küche oder Kombüse? Dieses maritime Küchenkonzept präsentierte der deutsche Hersteller Alno auf der Eurocucina 2010 in Mailand.
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Wo früher Lieschen Müller und Otto Normal ihr Privatleben diskutiert haben, treffen sich heute Lafer und Lichter, um lecker in den Töpfen zu rühren. Der nachmittägliche TV-Trash-Talk musste ambitioniertem Wettkochen, Show-Brutzeln und kulinarischen Lehrstunden weichen. Kaum etwas scheint derzeit so interessant wie der Blick in fremde Töpfe. Der Koch, der sonst vielleicht in einem Gourmet-Magazin seinen frischen Michelin-Stern kommentieren durfte, ist plötzlich bejubelter Moderator, Kantinenretter und Fern-Dozent. Warum aber hat es ausgerechnet eine so alltägliche Dienstleitung aus den hermetisch abgeschlossenen Edelstahlküchen auf gepimpte Wohlfühlherde und ins Rampenlicht geschafft? Warum hat gerade der Koch so viel Star-Potenzial, dass er im Quotenrennen sogar neben Castingshows besteht? Und was hat das alles mit uns zu tun? Wir zappen uns mal durch.
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Der neue Dunstabzug von Bulthaup zeichnet sich aus durch geringe Volumen und eine aerodynamische Formensprache und hängt besonders schön über einem Küchenblock.
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Unter einem Studentencafé stellt sich der ein oder andere vielleicht einen dunklen, rauchgeschwängerten und mit knarrenden Holzdielen ausgelegten Raum vor. Und dort stehen bestenfalls ein paar alte Thonet-Stühle, während billiger Rotwein und zu starker Kaffe serviert wird und die Tageszeitung raschelt. Das diese Vorstellung doch vielleicht nicht mehr ganz so aktuell ist, beweist ein Projekt in Singapur: Dort hat das Designkollektiv Outofstock in einem Studentenwohnheim ein Café eingerichtet, das zwar nur 58 Quadratmeter groß, aber gestalterisch aus einem Guss ist.
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Wie zu Omas Zeiten: Diese formschöne Topfserie aus Emaille gestaltete das Designbüro Dottings für den österreichischen Hersteller Riess.
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Für Whisky und Co.: Mario Dessi hat für den österreichischen Glashersteller Lobmeyr Tumbler und Dekanter in Lamellenschliff entworfen.
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Michael Kindler ist zusammen mit Guido Metz einer der beiden Köpfe des Designerduos Metz & Kindler. Geboren 1965, studierte er 1988 bis 1993 Produktdesign an der Fachhochschule Darmstadt-Mathildenhöhe. Gleich nach Studienabschluss machte er sich mit Guido Metz mit einem eigenen Designbüro selbständig. Die beiden haben sich auf das Entwerfen von Tableware spezialisiert und bisher mehr als 500 Produkte für WMF entwickelt und realisiert. Zudem arbeiten Metz & Kindler für Unternehmen wie Rosenthal, Kaiser Backform, Auerhahn, Reichenbach, Nils Holger Moormann und Authentics. Das Besteck „Nomos“ für WMF wurde 2008 mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Wir trafen Michael Kindler in seinem Designstudio im Kontorhaus einer ehemaligen Kammfabrik in Darmstadt und sprachen mit ihm über die Sinnlichkeit von Modellen, Arbeitsbienen und Name Dropping sowie einen langen Atem.
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Wie helfen sich Menschen in den Ländern, in denen nur ein beschränktes Produkt-Repertoire für die Grundversorgung zur Verfügung steht? Sie werden erfinderisch! Der materielle Mangel kann aus politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Gründen entstehen, führt aber an verschiedenen Orten zu verwandten Szenarien: Wenn der Bürger die benötigten Alltagsgegenstände nicht einfach aus dem Warenregal pflücken kann, muss er mit dem Wenigen, das ihm zur Verfügung steht, improvisieren. Wie nützlich oder qualitativ hochwertig sein Hab und Gut ist, ist dann keine Frage des Einkommens mehr, sondern hängt davon ab, wie einfallsreich er ist. Und: Auch wer für die hiesigen Märkte Konsumgüter gestaltet, kann in puncto Materialeffizienz oder Langlebigkeit vieles lernen. Wir stellen Schauplätze vor, an denen der eigentliche Konsument zum Hersteller seines Produktes wird – und Gestaltung aus der Not heraus zum Volkssport avanciert.
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Hier wurde mit Material nicht gespart: Auf der üppigen Arbeitsplatte aus Marmor lässt sich gut schneiden, werkeln und ausprobieren. Wer diese Küche entworfen hat? Carlo Colombo.
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Stefanie Hering
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