
Jäger sind auch Sammler, so viel ist klar. Es sind aber weniger Beeren und Pilze, die auf der Trophäenliste oben stehen. Nach der gelungenen Hatz werden vor allem die Geweihe der Erlegten aufgehoben – und tapezieren dann als Triumphbeweis die Wände der als soziale Zentrale dienenden Jagdzimmer. Hier kommen Waidmänner am Kaminfeuer zum Austausch der Wald- und Wiesen-Geschichten zusammen. Und weil die Jagerei so schön archaisch ist, sehen auch die Jagdhütten oft aus wie ein staubiger Gamsbart. Im tschechischen Lednice na Morav? hingegen haben die Architekten von Basarch eine Jäger-Residenz entworfen, in der man Holzvertäfelung und schwere Leuchter vergeblich sucht.
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Über Sex zu reden, gehört mittlerweile zur Kultur unserer Gegenwart. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Cafés oder Restaurants kommentiert man ungeniert die jüngsten Abenteuer, gerne auch diverse Körperteile. Allein, wenn es darum geht, eine Sprache für die Arbeiten des Künstlers Anish Kapoor zu finden, vernimmt man bisweilen betretendes Schweigen. Die große Ausstellung seiner Arbeiten, die ab Samstag im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen sein wird, bietet da eine gute Gelegenheit zum Üben.
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Auf dem Holztrip: ein eleganter Stapelstuhl von Ronan und Erwan Bouroullec für Magis.
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Geschichten von Tischen: Niko Economidis erzählt - ob von magischen Momenten in Schwerelosigkeit oder einer Nacht vor New Yorks Skyline, das bleibt allerdings offen.
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Wohnen ist Privatsache? Keineswegs. Wenn es nach den Ausstellern der Mailänder und Kölner Möbelmessen geht, entsprechen die eigenen vier Wände längst einer Bühne. Nicht nur das alltägliche Leben wird auf ihnen in Szene gesetzt. Der Wohnraum gleicht begehbaren Schaukästen, in denen Reiseerinnerungen, Kunstwerke und Fundstücke von Antik- und Flohmärkten zu stimmungsvollen Arrangements verdichtet werden. Willkommen in einer Welt, die alles und jeden in Akteuere verwandelt.
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Das Herzstück ist eine Klammer: Konstantin Grcics Möbelserie für das Parrish Art Museum in Water Mill im Bundesstaat New York.
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Die süßen Früchtchen von Kahla Atelier sind nicht zum Verspeisen da. Aus Porzellan gefertigt, dienen sie als Deko-Elemente auf Tisch oder Anrichte.
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Glänzendes Metall, raue Birke: Die Behältnisse des Designers Matti Syrjälä sind wortwörtlich sichere Aufbewahrungsorte und typisch finnisch noch dazu.
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Filigran aus einem Guss: Ein Wohnhaus in Japan lässt Wände und Fenster zu einem wirkungsvollen Filter zwischen Innen und Außen verschmelzen. Vertikale Lamellen öffnen den Bau dem Tageslicht und halten zugleich die neugierigen Blicke der Nachbarn fern. Entworfen wurde das kompakte Meisterstück aus Holz vom Architektenpaar Shintaro Fujiwara und Yoshio Muro aus Osaka.
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Schön schlicht: Die traditionelle japanische Keramik stand Pate bei diesen schönen Stücken von Atelier Tete, dem neuem Label von Kinto.
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Wer möchte das nicht manchmal, den Augenblick festhalten? Und das gleich auf 1000 Quadratmetern? So viel Platz jedenfalls steht Ronan und Erwan Bouroullec zurzeit im Paris Musée des Arts Décoratifs für ihre Ausstellung Momentané zur Verfügung, die noch bis zum 1. September zu sehen ist. Auf Deutsch bedeutet der Titel „augenblicklich“ und deutet damit das Konzept an: eine Momentaufnahme, die Retrospektive ist und zugleich den aktuellen Stand der Dinge in der Arbeit des französischen Designerduos zeigt – von raumumspannenden Installationen bis hin zu kleinen Skizzenblättern.
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Auch wenn Arbeit darin verstaut wird, muss ein Möbel nicht sachlich streng gekleidet sein. Das kleine Sideboard von Normann Copenhagen sorgt mit asymmetrischen Details und warmem Materialmix für Sympathie.
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Eine Kinderkrippe im südjapanischen Fukuoka bringt Rationalität und Schönheit zusammen. Entworfen wurde der Holzbau vom jungen, japanischen Architekten Uchida Tak, der modulare Bauweise mit einem flexiblen Raumkonzept verband.
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Dreifach verglast und ohne Silberschicht: Der Spiegel von Antonio Forteleoni basiert auf einem physikalischen Phänomen.
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Die Lesbarkeit des Entwurfs: ein wieder aufgelegtes Tischprogramm von Franco Albini aus dem Jahr 1952.
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Ein Spiel mit der Dreidimensionalität: die grafische Spiegelserie von Silvain Willentz für Hay.
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Der Frühling ist da und mit ihm ein Grill, der beinah alles kann: der gemauerte Hybrid-Gartenkamin des italienischen Herstellers Sunday.
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Außen eine Skulptur, innen ein Arbeitsmöbel. Das Möbellabel e15 hat zum Salone 2013 einen Sekretär vorgestellt.
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Tadao Ando hat Beton salonfähig gemacht. Geboren 1941 in Osaka, begann er als Jugendlicher eine Laufbahn als Profiboxer und arbeite nebenbei als Lastwagenfahrer. Der Architektur näherte er sich mit Mitte zwanzig als reiner Autodidakt. Beeinflusst von den Bauten Le Corbusiers, Mies van der Rohes, Frank Lloyd Wrights oder Louis Kahns, eröffnete er 1968 sein eigenes Architekturbüro in Osaka. Der Durchbruch gelang ihm 1976 mit einem Wohnhaus für die Familie Azuma in Sumiyoshi. Wir trafen Tadao Ando in Mailand und sprachen mit ihm über dramatische Räume, dänische Wurzeln und sein neuestes Projekt: einen Holzsessel.

Es ist keine neue Entwicklung, aber eine, die sich auf der Mailänder Möbelmesse in diesem Jahr noch deutlicher abgezeichnet hat als bisher. Junge Designer warten nicht immer auf das Wohlwollen der großen Hersteller. Sie putzen keine Klinken, sie betteln nicht um Präsentationstermine. Stattdessen gründen sie aus: Aus einfachen Designstudios werden Formgeber, Hersteller und Vertrieb. Damit holen sie die kreativen Potenziale dahin zurück, wo sie herkommen.
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Springt aus der geometrischen Konvention: der neue Teppich von Patricia Urquiola für Ruckstuhl.
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Die vorherrschende Dominanz von Glas, Holz, Beton und Stein in der Innenarchitektur scheint besiegt. Gardinen sagen Rollos den Kampf an, Teppichböden kehren zurück, und technische Stoffe ersetzen die Geflechte der Stuhllehnen und Sitze. Textilien feiern ein großes Comeback.
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Steven Holl
Der New Yorker Architekt über die Biennale 2012, Gebäude als Symphonien und die Unmöglichkeit, Architektur in Bilder zu fassen. Weiter
Zieharsofika
Die Schemel-Serie von Meike Harde zeigt was sie hat, statt funktionale Elemente zu verstecken. Weiter
Special Olympische Spiele 2012
Wenn Gestaltung und Sport zusammentreffen: die Olympischen Spiele in London als Design-Ereignis. Weiter
Im Kreis des Seins
Im Dialog mit der Antike: Rem Koolhaas' temporäre Bühne für das griechische Theater in Syrakus. Weiter
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