
Wie helfen sich Menschen in den Ländern, in denen nur ein beschränktes Produkt-Repertoire für die Grundversorgung zur Verfügung steht? Sie werden erfinderisch! Der materielle Mangel kann aus politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Gründen entstehen, führt aber an verschiedenen Orten zu verwandten Szenarien: Wenn der Bürger die benötigten Alltagsgegenstände nicht einfach aus dem Warenregal pflücken kann, muss er mit dem Wenigen, das ihm zur Verfügung steht, improvisieren. Wie nützlich oder qualitativ hochwertig sein Hab und Gut ist, ist dann keine Frage des Einkommens mehr, sondern hängt davon ab, wie einfallsreich er ist. Und: Auch wer für die hiesigen Märkte Konsumgüter gestaltet, kann in puncto Materialeffizienz oder Langlebigkeit vieles lernen. Wir stellen Schauplätze vor, an denen der eigentliche Konsument zum Hersteller seines Produktes wird – und Gestaltung aus der Not heraus zum Volkssport avanciert.
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Das neue Theater im spanischen Lleida ist zweifellos ein markanter Monolith mit hohem Wiedererkennungswert. Trotzdem ist es dem niederländischen Büro Mecanoo Architecten gelungen, den Theater- und Kongresszentrumsneubau mit Namen „La Llotja“ im Gefüge der katalonischen Großstadt zu verankern. Einerseits sticht das Haus mit seiner kolossalen Auskragung und der Pixelfassade heraus, andererseits aber passt sich der Solitär städtebaulich zwischen dem die Stadtsilhouette dominierenden Berg Turó de la Seu und dem Fluss Segre ein. Und mit „La Llotja“ bekommt Lleida nicht nur ein Icon Building für das Stadtmarketing, sondern auch einen neuen urbanen Raum mit Freilichttribüne, wettergeschützten Flächen und einer öffentlichen Dachterrasse.
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Nur für ausgesuchte Empfänger: Lediglich den Namen und die Mobilnummer verrät diese Visitenkarte von Papiermeister.
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Verspielte, dennoch praktische Alternative zu schlichten Handtuch- und Kleiderhaken: die Wandskulpturen des Berliner Designkollektivs Llot Llov.
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Wie ein Abdruck des menschlichen Körpers: organisch geformter Stuhl von Foreign Office Architects für Dynamobel.
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Ein Showroom kann mitunter eine recht leblose Angelegenheit sein: Oft wirkt die Atmosphäre künstlich, die ausgestellten Möbel erscheinen nicht wie Gebrauchsgegenstände für den Alltag. Der spanische Büromöbelhersteller Dynamobel eröffnet jetzt in München einen Showroom der ganz anderen Art: Denn die Möbelausstellung ist gleichzeitig das Büro der deutschen Vertreter des Unternehmens. Aber damit nicht genug – auch Common Architects, die Agentur Spatial Design und die Immobilienfirma Hatz & Popp arbeiten ab sofort dort, und zwar ausschließlich mit Dynamobel-Mobilar. Neben bekannten Modellen wie Dis und Nova werden auch Aufbewahrungssysteme, ein Trennwandkonzept, Workstation-Systeme und Neuheiten benutzt. Übermorgen, am 29. Juli, ab 16 Uhr lädt Dynamobel in die Luisenstraße 62 in München zur Eröffnung, unter dem naheliegenden Motto: „open office olé“.
www.dynamobel.com

Julia Läufer und Marcus Keichel gehören zu den Minimalisten im Designbetrieb: Sie entwerfen keine spektakulären Limited Editions, und sie pflegen keine Ingenieursästhetik. Wo mancher sich zufrieden gibt mit der Möglichkeit, ein Produkt in kleinen Serien herzustellen, packt sie erst der Ehrgeiz: Wie kann das Bild, das sie von einem Objekt haben, industriell hergestellt werden? Gerade ist ihr Konferenzstuhl Ceno für Wilkhahn auf den Markt gekommen. Es ist bereits ihr zweites Projekt mit dem niedersächsischen Hersteller. Wir trafen Läufer + Keichel in ihrem idyllischen Gartenbüro in Berlin-Mitte und sprachen mit ihnen über den steilen Pfad zu gutem Industriedesign, Archetypen, als Häuser verkleidete Produkte und Vertrauen.
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Warum einfach, wenn es auch schlicht geht? Für Klarheit in einer komplexen Welt steht dieses Büromöbelprogramm von den Stuttgarter Designern Jehs+Laub.
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Die frühere Ostseehalle in Kiel hat eine buchstäblich bewegte Geschichte hinter sich: Ihre Ursprungskonstruktion stand auf Sylt und zwar in Form von zwei Flugzeughangars, die der Architekt Wilhelm Neveling wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nach Kiel brachte und umbaute. 1951 wurde sie pünktlich zur Kieler Woche eröffnet, seit 2008 und diversen Umbaumaßnahmen heißt sie jetzt Sparkassenarena. Im Frühjahr 2009 wurde der Veranstaltungshalle ein weiterer Bauteil hinzugefügt: eine Businesslounge nach Plänen von Schnittger Architekten + Partner aus Kiel. Jenseits von Massenveranstaltungen wie Boxwettkämpfen und „Wetten dass …“-Sendungen finden hier seitdem auch Spezialisten-Zusammenkünfte und professionelle Meetings einen adäquaten Rahmen.
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Der Bürostuhl ON von Wilkhahn entpuppt sich als wahrer Überflieger: Nicht nur, dass der Stuhl mit der neuartigen Mechanik ungewöhnlich flexibles Sitzen möglich macht. ON überzeugt auch die Jurys weltweit: Im April holte er sich auf der Messe Office Solution in São Paulo die Auszeichnung „Best in Show“ der Kategorie Bürostühle. Der Juni brachte gleich drei Erfolge im englischsprachigen Raum: ON gewann den „Australian International Design Award“, das britische Mix Magazine zeichnete ON mit dem „Mixology Furniture Award/ Product of the Year“ aus, und auf der wichtigsten nordamerikanischen Büromöbelmesse NeoCon wurde ihm der „Best of Competition Award“ verliehen. Das bedeutet, dass der Stuhl als bestes Produkt der ganzen Messe bewertet wurde. Aber auch in Deutschland bekommt die Neuentwicklung aus dem Hause Wilkhahn Anerkennung: ON wurde soeben für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2010 nominiert. Übrigens zusammen mit einem anderen Wilkhahn-Stuhl, dem Loungechair Velas. Da sollte doch bei der Verleihung nächstes Jahr im Februar zumindest ein Preis in Gold nach Bad Münder gehen.
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Im Gespräch
Jurgen Bey Gae Aulenti John Picard Michael Kindler Läufer + Keichel
Produkte
Copacabana CLS Mobile Drive Klar’s Manufaktur-Seifen T.U. Marecucina
Praxis
Auf einen Drink im Regenwald Eine demokratische Geste Grüner wird's nicht Treffpunkt Museumsdach Ein Bad in heiligem Wasser
Feel
Die Zukunft ist ein Sandwich Verbindende Räume – Die Architektur-Biennale 2010 Abgeschmeckt und weggezappt Purismus auf zwei Rädern Mit der Hand gedacht