Shavings

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08.10.2009

Zugegeben: Ein wenig erinnern diese Hocker an die Korkwände, Holzmöbel und Rattangeflechte der 1980er, die in ihrer naturverbundenen Erscheinung von der ökologischen Gesinnung ihrer Besitzer zeugten. Heute muss sich „Grün“ nicht immer in zurückhaltende Herbstfarben kleiden, es darf auch mal farbenfroh und in der Materialwahl weniger offensichtlich sein – wenn denn die Entstehungsgeschichte stimmt. Das muss den Hocker aber nicht zum Außenseiter machen. Trotz – oder gerade wegen seiner Anleihen am Ökoschick – kann das kleine Dreibein des israelischen Gestalters Yoav Avinoam ein putziger Akteur und Konterpart in den zeitgenössischen Einrichtungskulissen sein.

Seinem Image als nachhaltiges Möbel zumindest wird er doppelt gerecht: "Shavings" wird aus den Spänen verschiedener Hölzer angefertigt, die in Schreinereien und in der holzverarbeitenden Industrie beim Zusägen abfallen. Durch Zugabe von Leim entsteht eine formbare Masse, die gemeinsam mit den naturbelassenen Hockerbeinen in einer Negativform arrangiert und mit Stempeln fest angedrückt wird. Dieses – noch manuelle – Fertigungsverfahren macht jeden Hocker zum Einzelstück und leistet neben der Reststoffverwertung einen weiteren, weniger offensichtlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Wird der Hocker vom Besitzer selbst gefertigt, oder dem Käufer die Entstehungsgeschichte mitgegeben, führt das zu einer emotionalen Wertigkeit, die langlebiger ist als jede modische Ästhetik.  

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