Cutting Edge

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20.09.2016

Aus der Praxis der Praktikanten
Beim Wort Styrodur werden bei Architekten traumatische Erinnerungen wach. Nächte verbringen Studenten vor dem an einen Käseschneider erinnernden Draht, mit dem sich glühend aufgeheizt, leichte Kunststoffplatten zerteilen lassen. Benebelt von den Plastikdämpfen entstehen maßstabsgetreue Quader und andere geometrische Volumen, die auf Grundplatten zu Umgebungsmodellen werden. Die große Herausforderung ist dabei, den Schaum im korrekten Tempo durchzuziehen. Zu langsam geschnitten schmilzt zu viel Schnittfläche ab, ein schnelles Händchen sorgt für wellige Kanten.

Martijn Rigters stellt sich mit seinem Entwurf dem Studenten- und Praktikanten-Trauma und macht aus dem Manko eine Qualität. Er baute einen Styro-Cutter für Möbel im Maßstab 1:1, in dessen Rahmen sich manuell gebogene Metallstreben einspannen lassen. Aufgeheizt schiebt Rigters hier große Blöcke durch, die auf der anderen Seite als Zufallsmöbel herauspurzeln. Durch die Geschwindigkeit und den Druck auf den Block verbiegt sich der Schneidedraht und formt frei innerhalb des materialbedingten Toleranzbereichs. Jede Bewegung des Schneidenden wird direkt in Form übersetzt, und jedes Möbel ist ein handwerklicher Fingerabdruck des Produzenten. tp

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