Autor: Katja Neumann
Luxus steht für Überfluss, Üppigkeit und manches Mal gar für Maßlosigkeit. Ökologisches Bewusstsein hingegen steht für spartanisches Ambiente und Sparsamkeit. Soviel zum Klischee, in dem sich bekanntlich immer ein Körnchen Wahrheit findet. Wie Luxus und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können, ist nun im neuen 5-Sterne-Hotel Lefay Resort & Spa am malerischen Gardasee zu sehen. Von der in die Landschaft integrierten Architektur über ein Energiekonzept, basierend auf erneuerbaren Ressourcen, bis hin zur Wiederaufbereitung von Wasser, der effizienten Nutzung von Abwärme und einem intelligenten Lichtkonzept, schafft das Hotel genau das, was es seinen Gästen verspricht: Energie zu sammeln in herrlicher Umgebung. Und das sogar mit ökologisch reinem Gewissen.
Auf einem sanftem Hügel im italienischen Gargnano, der sanft zur Westküste des Gardasees abfällt, inmitten von Zitronen- und Olivenhainen, findet man das in diesem Jahr eröffnete Lefay Resort & Spa. Betreiber des Hotels sind Liliana und Alcide Leali, die vor 18 Jahren die Fluglinie „Air Dolomiti“ gründeten, die innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten regionalen Luftfahrtunternehmen Italiens aufstieg. Nach dem Verkauf der Fluglinie gründete die Familie Leali die Marke Lefay, die sich durch Resorts in bester Lage, Qualität, Design und Kultur im gehobenen Wellness-Segment in Italien etablieren möchte. Der Grundstein dafür ist nun mit der Eröffnung des ersten Lefay Resorts am Gardasee gelegt, weitere Hotels in Südtirol sowie ein Country Resort sind bereits in Planung. Eine Vorreiterrolle in Italien nimmt das Resort am Gardasee schon heute ein, vor allem hinsichtlich des Umweltschutzes. Ein umfangreiches Energiekonzept für alle Gebäude und Außenanlagen, das der Architekt Hugo Demetz gemeinsam mit der Bozener Firma „Energytech“ konzipierte, schreibt einen möglichst geringen Energieverbrauch und einen hohen Einsatz erneuerbarer Ressourcen vor. Für die Phase „Entwicklung von architektonischen Lösungen für innovative und umweltfreundliche Resorts“ erhielt das Hotel die Umweltzertifizierung ISO 14001 sowie die Qualitätszertifizierung gemäß der ISO-Norm 9001.
Bauen im Einklang mit der Natur
Vom Entwurf über den Einsatz umweltverträglicher Baumaterialien bis hin zu einer nachhaltigen Energieplanung – dafür hat der Architekt Hugo Demetz den Begriff „Bio-Architektur" geprägt. „Die Unberührtheit des Hangs war für mich Anreiz und Herausforderung zugleich“, erklärt Hugo Demetz. „Unsere Lösung, die Anlage in mehrere Baukörper aufzugliedern und teilweise direkt in den Hang zu integrieren, hat energetische und optische Vorteile. Erstens bleibt der Hang so natürlich grün, zweitens geht durch die fehlenden Fassaden weniger Wärme verloren“.
90 Suiten, ausgestattet in stimmigem Interior Design, mit edlem Marmor und regionalem Walnuss- und Olivenholz, befinden sich in den Gebäudeelementen, die direkt in den Hang integriert sind und durch begrünte Dächer optisch fast in ihm zu verschwinden scheinen. Die einzelnen Gebäudekomplexe und Fensterflächen sind so ausgerichtet, dass durch effiziente Wärmedämmung und Verwendung von Wärmeschutzverglasung im Winter ein maximaler passiver Solargewinn erzielt werden kann. Die Hauptlast der Wärmeenergieversorgung wird über eine mit Holzschnitzeln befeuerte Biomasseheizanlage abgedeckt. Und ein weiterer Vorteil dieser, an die Natur angepassten Bauweise ist schließlich, dass alle Suiten einen unverbauten Blick auf den See haben.
Vorhandenes nutzen
Inspiriert von den für die Region typischen Herrenhäusern mit „Limonaia“, einem gläsernen Wintergarten für Zitronenbäume, entwarf der Architekt das Hauptgebäude, in dem Lobby und Empfang, sowie das mit einem filigranen Glasdach überspannte Restaurant untergebracht sind. Kleine, einzeln auf dem Glasdach angebrachte Photovoltaikscheiben bieten zudem einen Doppelnutzen: Zum einen dienen sie als Verschattungselemente, zum anderen als Stromlieferant. Denn allein diese Photovoltaik-Anlage erzeugt zusammen mit zwei Mikroturbinen etwa 60 Prozent des benötigten Stroms.
Kernstück des Resorts ist jedoch der groß angelegt Spa-Bereich in den unteren Etagen auf einer Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern - angrenzend an den rund elf Hektar großen Park, in dem sich Entspannungszonen mit Fitnessangeboten abwechseln. Der Wellnessbereich selbst verfügt über vier Hallen- und Freibäder, fünf verschiedene Saunen und ein Salzwasserbecken. Auch hier stand die Nutzung und Wiederverwertung natürlicher Ressourcen im Vordergrund: Die Energie für die Schwimmbadbeheizung und für die Gewinnung von Warmwasser wird zum Teil von thermischen Solaranlagen, die auf einigen der Flachdächern angebracht sind, generiert. Das Schwimmbadwasser wird, wenn es abgelassen und durch frisches Wasser ersetzt wird, in ein Freiluft-Becken geleitet, wo sich das Chlor unter Einfluss des Sonnenlichts abbaut. So wird das Wasser anschließend zur Bewässerung der Grünflächen genutzt. Und mit der Abwärme des Hotels wird schlussendlich sogar noch der regionale Kindergarten geheizt.
Komfort und Energieeinsparung durch intelligente Lichtsteuerung
Maßgeblicher Bestandteil des energiesparenden Konzepts des Lefay Resorts & Spa ist natürlich das Lichtkonzept der Firma Zumtobel. Denn gerade die Beleuchtung bietet enorme Einsparpotenziale. Nach dem Motto: Licht sollte da sein, wenn es gebraucht wird. Wenn nicht, so ist auch Kunstlicht ein Gut, das nicht verschwendet werden sollte. Energie einsparen und dem Gast zugleich besten Komfort zukommen zu lassen, dies war die Aufgabe, die mit innovativen Systemen gelöst werden konnten. So ermittelt beispielsweise das Lichtmanagementsystem Litenet-Hexis von Zumtobel über einen Tageslichtmesskopf exakt die benötigte Lichtmenge in den öffentlichen Bereichen und sorgt so für das passende Licht oder die notwendige Beschattung. Bewegungsmelder in den Korridoren lassen die auf Mindestwerte gedimmte Beleuchtung bis zu einem so genannten Komfortlevel aufleuchten. Der Vorteil: Licht und Schatten nach Bedarf sparen Energie und erzeugen überdies sogar Atmosphäre.
In den Hotelzimmern selbst wird der Gast im Lefay von der intuitiven Lichtsteuerung quasi an die Hand genommen. Gesteuert über das speziell für Hotels konzipierte Lichtmanagementsystem ZBOX und die Transponderkarte öffnen sich schon beim Betreten der Suite die Vorhänge und heißen den Gast mit einem herrlichen Panoramablick willkommen. Über Bedienstellen, so genannte Circle Control Points, lassen sich alle Leuchten im Zimmer und auf der Terrasse an- und ausschalten sowie stufenlos dimmen, vorprogrammierte Stimmungen und Einstellungen können per Knopfdruck abgerufen werden. Die sogenannte Nightlogic-Funktion sorgt dafür, dass sich ab 22 Uhr bei Betätigung des Lichtschalters nur ganz sanftes Licht einschaltet, der nächtliche Toilettengang bei Flutlicht gehört damit der Vergangenheit an. Auch in den Badezimmern der Lefay-Suiten wird das Licht über ZBOX und Circle Control Points gesteuert. Drei verschiedene Stimmungen für helles Licht, akzentuiertes Licht zum Schminken oder eine romantische Wellness-Stimmung sind per Tastendruck abrufbar. Und wer des Nachts vergisst, das Licht im Bad auszumachen, muss sich nicht noch einmal aus dem Bett quälen. Statt dessen steuern Bewegungsmelder in den Toiletten und Garderobenbereichen die Lichtquellen. Auch beim Verlassen der Suite schalten sich alle Leuchten und elektrischen Geräte automatisch aus. Automatisch ein springt dagegen das Notlichtsystem Onlite CPS von Zumtobel, sollte die Stromversorgung im Hotel einmal unterbrochen sein. Ebenfalls gesteuert durch Litenet-Flexis und ZBOX wird somit erreicht, dass kein Gast im Dunkeln tappen muss, sondern sich jederzeit sicher orientieren kann.
Ökologisch verträglicher Massentourismus, Luxus und Umweltschutz unter einem Dach – Liliana und Alcide Leali haben realisiert, was lange undenkbar schien. Dass dieses Vorhaben zunächst größere Anfangsinvestitionen erfordert, nimmt die Familie Leali dabei bewusst in Kauf. Schließlich werden sich diese durch die enormen Einsparungen bei den Betriebskosten und die sinnvolle Nutzung von selbst erzeugter Energie aus erneuerbaren Ressourcen bald amortisieren.
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