Autor: Claudia Simone Hoff, Fotograf: Yiorgos Kordakis
Ftelia Beach, Mykonos. Hinter dieser Adresse verbirgt sich ein angesagtes Strand-Restaurant. Nun, die griechische Kykladeninsel ist nicht gerade arm an hippen Hotspots, nur sind diese selten so schön gelegen wie das Alemàgou: in einer fast unverbauten Bucht im ruhigen Norden der Insel mit Blick auf das azurblaue Wasser des Mittelmeers. Surfer's Paradise könnte man auch sagen, weht hier doch ein stetiger, manchmal stürmischer Wind. Die Naturelemente waren dann auch das Thema des Athener Designbüro K-Studio, als es Bar, Restaurant und Lounge entworfen hat.
Eines ist gleich auf dem ersten Blick spürbar: Das Alemàgou integriert sich perfekt in seine karge, jedoch beeindruckende Umgebung. Geschuldet ist dies den ineinander fließenden unterschiedlichen Funktionsbereichen, denen verschieden hohe Flächen von Estrich zugeordnet sind. Von jeder dieser Flächen – Restaurant, Bar und Lounge – aus genießt der Gast einen fantastischen Blick aufs Mittelmeer.
Open Space auf den Kykladen
Das Mittelmeer spielt auch in der Architektur eine Rolle, haben die Designer Dimitris und Konstantinos Karampatakis doch typische Elemente der Kykladen verwendet, so beispielsweise die gleißend weiß gekalkten, abgerundeten Mauern. Sie verleihen dem Alemàgou ein etwas raues, fast bäuerliches Ambiente, gerade im Zusammenspiel mit den Wandelementen aus grob behauenen Natursteinen und dem sechzig Zentimeter dicken Reetdach. Man hört regelrecht den Wind durch das Gestrüpp rauschen, von den herrlichen Licht- und Schattenspielen mal ganz abgesehen.
Sitzgelegenheiten
Apropos Schatten. Nichts scheint wichtiger, wenn die Sonne in der Mittagszeit unerbittlich vom Himmel prallt. Da kommen die flauschig gepolsterten, gestreiften Sitzbänke mit den flachen Holztischen im Loungebereich gerade recht. Und zwar gleich, nachdem man den Lunch – neuinterpretierte Klassiker der griechischen Küche – zu sich genommen hat und es einem nach einer ausgedehnten Siesta zumute ist. Im Restaurant und an der Bar – eine umlaufende Theke aus Holz mitten im Freien – sitzt der Gast auf ganz unterschiedlich geformten Stühlen. Zur formalen Vereinheitlichung sind diese allerdings sämtlich in hellem Holz gefertigt und erinnern an die einfachen Sitzgelegenheiten griechischer Bauernhäuser.
Minimal versus Kitsch
Zu den ebenfalls traditionell kykladischen Elementen des Interior-Designs gehören die Leuchten im Restaurant: Handgefertigt aus einem Kürbis, waren sie in früheren Zeiten insbesondere in den ärmeren Haushalten der Insel zu finden. Auch wenden sie sich mit ihrer schlichten, naturnnahen Anmutung der kargen Umgebung des Alemàgou zu. Der passt sich das Restaurant auch topografisch an, indem es terrassenförmig am Hang angelegt ist. Im Open Space kommen nur wenige Materialien zum Einsatz, die zudem durch eine sehr reduzierte Farbpalette auffallen – was den ganzheitlichen Ansatz der Gestaltung unterstreicht. Weniger reduziert hingegen ist der grandiose Sonnenuntergang, zu dem sich die Sonnenanbeter hier allabendlich versammeln: gleißend-rot versenkt sich der Sonnenball im Meer und die Party beginnt.
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Projektdesigner
K-Studio, Athen www.k-studio.gr
Projekt
Bar und Restaurant Alemàgou, Mykonos www.alemagou.com