Autor: Katja Neumann, Fotograf: TimTom
In Wien erstrahlt seit Dezember vergangenen Jahres ein neues Highlight – und das nicht nur für Freunde luxuriösen Shoppings, sondern ebenso für Architektur-Liebhaber und Touristen: Der Swarovski-Shop in Wien ist kein einfaches Ladenlokal, sondern ein neues Zentrum der Marke Swarovski, das die Besucher zum Staunen bringen soll. Gewünschter Effekt: Die Marke soll hier zum Erlebnis werden, in einem glitzernden Raum für Kultur, Kunst und Events. Realisiert wurde der Umbau von einem Altstadt-Haus zur Markenbühne nach einem Konzept der Tiroler Architekten Hanno Schlögl und Daniel Süß in Zusammenarbeit mit André Heller als künstlerischem Berater.
Der Kubus als zentrales Element
Doch vor der großen Eröffnungsparty mit viel Prominenz musste das bestehende, dreigeschossige Gebäude an der Kärntner Straße vollständig umgebaut werden. Um dem Gebäude ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben, wurden die über zwei Geschosse reichenden Granitpfeiler der Straßenfassade erhalten und nach dem Muster noch erkennbarer Putzstrukturen restauriert. Die innen liegende Tragstruktur jedoch wurde vom Souterrain bis zur Decke des Mezzanins, des Zwischengeschosses, komplett entfernt und durch eine neue Konstruktion aus Beton und Stahl ersetzt. Eine Glasfassade schließt das Haus nach außen ab.
Zentraler Teil der architektonischen Formensprache sind die aus Glas bestehenden Kuben, welche aus unregelmäßig verteilten Erkern gebildet werden, die in den Straßenraum ausgreifen und die äußere Glasfassade durchdringen. Die Kuben bleiben dabei sowohl von Außen als auch von Innen einsehbar und bilden im Innern verteilte Bühnen für Arbeiten verschiedener Künstler und Designer. Darunter auch der belgische Künstler Arne Quinze, der für das Geschäft zwei multimediale Installationen kreierte: „Crystal City“ im Eingangsbereich und „Stilthouses with Crystal“, die sich in einem der charakteristischen Kuben befindet. Um die Formensprache des Kubus weiter aufzugreifen, implantierten die Architekten auch im Innern einen raumgreifenden Gebäudekubus, einem „Haus im Haus“ gleich. Die Flächen dieses Kubus sind sowohl von innen als auch durch die bodentiefen Fensterfronten von außen zu sehen.
Funkelnde Lichtfassade
Um die Flächen zu inszenieren, dienen die nach außen gerichteten Oberflächen als Lichtfassade, die mit einer neuen Entwicklung aus dem Bereich Swarovski Architectural Elements bestückt wurde. „Honeycomb“ nennt sich das Modell, bei dem LED-Lichtpunkte nach dem Zufallsprinzip über die gesamte Fassadenfläche verteilt sind und Tausende im Paneel integrierte, geschliffene Kristalle zum Funkeln bringen. Über eine intelligente Steuerung können viele verschiedene Lichtstimmungen auf der Fassade erzeugt werden – von glühender Lava bis zu glitzerndem Eis.
Zwischen der außen liegenden Fensterfront und der inneren Lichtelementfassade befindet sich zudem ein rund sieben Meter hoher Raum, der ebenfalls die Möglichkeit für unterschiedliche Bespielungen gibt, zum Beispiel durch semitransparente Screens oder schwebende Objekte.
Einkaufserlebnis zwischen Design und Alltagskultur
Von der Kärntner Straße aus können Kunden und Schaulustige nun das Objekt betreten. Der Innenraum wird geprägt vom hellen, unifarbenen Ton der Böden, dunkelgrauen Wänden und Möbel sowie einer schwarz-spiegelnden Decke. Die einzelnen Ebenen sind durch Rolltreppen verbunden, deren weiße Verkleidung das von oben herabfallende Licht nochmals reflektiert. Auch im Inneren finden sich multifunktionale Wände, die für unterschiedliche Präsentationen genutzt werden können.
15 Millionen Euro investierte Swarovski in das neue Laden-Schmuckstück in Wien. „Wir wissen alle nicht, wie wir in 20 Jahren kaufen werden, wie wir uns im öffentlichen Raum vergnügen“, erklärt Andreas Braun, Geschäftsführer der „d. swarovski tourism services“, einer Tochter von Swarovski, die Kommunikationskonzepte zur Imagebildung und Vermarktung der Marke entwickelt und unter deren Leitung das Projekt in Wien realisiert wurde. „Swarovski Wien ist unser Beitrag dazu, mit neuen Verkaufsatmosphären zu überraschen und neue Wahrnehmungsmuster zwischen Design, Alltagskultur und kristalliner Kauflandschaft zu schaffen.“
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