Autor: Julia Bluth, Fotograf: Design Hotels
Sanft schaukelt die Hängematte im Wind, der Blick schweift über Himmel und Meer. Die Aussicht unverbaut, das Ambiente stilvoll mediterran – und abends sorgen internationale DJs für Unterhaltung direkt am Pool. Diesen Urlaubstraum findet man im neuen Designhotel San Giorgio auf der Kykladeninsel Mykonos. Jedoch nur für eine Sommersaison, denn die griechische Luxusherberge ist das zweite Pop-Up-Projekt der Hotel-Marketingplattform Design Hotels.
Gegründet 1993 von Claus Sendlinger, vertritt das Portal mittlerweile über 200 internationale Boutique-Hotels. Der Trend Modeläden und Lokale nur vorübergehend an bestimmten Orten zu eröffnen – Pop-up genannt – inspirierte den deutschen Unternehmer vor einigen Jahren dazu, sein bisheriges Geschäftskonzept zu erweitern. Er beschloss, seinen Anspruch an Design und Komfort den wirtschaftlich unsicheren Zeiten angemessen auch auf temporärer Basis anzubieten. 2011 feierte er mit dem ersten Pop-Up-Hotel Papaya Playa Project im mexikanischen Tulum Premiere. Reisende können hier in individuell gestalteten Hütten direkt am Karibikstrand nächtigen.
Am Pool spielt die Musik
Die in den neunziger Jahren im traditionell griechischen Stil erbaute, strahlend weiße Anlage des San Giorgio-Hotels gehört den beiden deutschen Betreibern des Paradise Club, einem der bekanntesten Nachtklubs von Mykonos. Sie wandten sich an Claus Sendlinger, um eine Unterkunft zu schaffen, die den Ansprüchen der eigens angereisten DJs ebenso entsprechen würde wie denen der Besucher des Strandklubs. Gerade einmal dreihundert Meter entfernt gelegen, ist das Hotel gewissermaßen die erweiterte „Chill-Out“-Zone des Paradise Club. Das Herzstück des Areals bildet der große Swimming Pool mit angrenzendem Lounge-und Restaurantbereich. Vom Beckenrand aus genießen die Gäste den freien Blick auf die Ägäis und können der Sonne abends beim Untergehen zusehen. Hier finden auch die einmal monatlich geplanten Housepartys des Klubs statt.
Einfachheit als Luxus
Die beiden Klubbesitzer wünschten sich eine Herberge, die ebenso familiär wie unkonventionell wirken sollte – so, als wären die Gäste eigentlich „zu Besuch im Sommerhaus ihres coolsten Freundes“. Die Berliner Innendesignerin Annabell Kutucu und der ehemalige Kreativdirektor von Design Hotels, Michael Schickinger – die schon für die Ausstattung des Papaya Playa Project verantwortlich zeichneten – stellten sich dieser Herausforderung. Sie verbrachten unzählige Stunden auf griechischen Flohmärkten, um allen Räumen einen Hauch von Boheme zu geben. Die natürlichen Materialien sowie antike Holzmöbel, bestickte Kissen und geknüpfte Hängematten sorgen für mediterranes Flair und lassen den Eindruck vermeintlicher Einfachheit entstehen.
Dieses Konzept zieht sich auch durch den Restaurant- und Barbereich wie ein roter Faden. Lange Holztische für bis zu zehn Personen bieten neben dem Swimming Pool ausreichend Platz zum gemeinschaftlichen Speisen. Die Küche ist bodenständig mediterran gehalten: Täglich werden frisch gefangener Fisch, selbst gebackenes Brot und andere regionale Speisen serviert.
Alle Räume verfügen über die üblichen Annehmlichkeiten von Hotelzimmern. Je nach Kategorie ändern sich jedoch die Ausstattungen der Badezimmer. Die teureren Doppelzimmer mit Meerblick verfügen über besonders geräumige Badezimmer, wobei ausschließlich ökologische Bade- und Pflegeprodukte zur Anwendung kommen. Nur ein Raum sticht besonders hervor: Die 65 Quadratmeter große Suite mit ebenso geräumiger Terrasse und dem hintersinnigen Namen Famosa ist allein den berühmten DJs vorbehalten.
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