Autor: Katja Neumann
Millionen Fans verfolgen weltweit jedes Rennen der Formel 1 und sind fasziniert von Geschwindigkeit und sportlichem Ehrgeiz. So beschleunigt beispielsweise ein Formel-1-Wagen von 0 auf 100 Stundenkilometer – und wieder zurück – in lediglich vier Sekunden. Eine Sekunde mehr benötigen die Techniker in den Boxen, um einen Wagen während des Rennens zu betanken und die Reifen zu wechseln. Und ein Formel-1-Fahrer verliert während eines Rennens durch die hohen Beschleunigungskräfte und Temperaturen etwa vier Kilogramm seines Körpergewichts. Kein Wunder also, dass die Orte, an denen diese Rennen rund um den Globus stattfinden, einem Event der Superlative angemessen sein müssen. Einen dieser Orte gibt es seit Ende vergangenen Jahres auch in Abu Dhabi, wo kürzlich die neue Rennstrecke „Yas Marina Circuit“ eingeweiht wurde.
Zum ersten Mal starteten am 31. Oktober die Rennwagen der Formel 1 in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf dem „Yas Marina Circuit“. Neben dem neuen 5,55 Kilometer langen Parcours sind es vor allem die Architektur der Zuschauertribünen, das neue Yas Hotel, das aus zwei Türmen besteht und durch eine über die Rennstrecke hinweg führende Brücke verbunden ist, und der „Sun Tower“ als weit sichtbares Wahrzeichen, welche die Zuschauer aus aller Welt besonders beeindruckt haben dürften.
Ein Hotel über der Rennstrecke
Die neue, extravagante Rennstrecke befindet sich auf der Insel Yas, eine der rund 200 Inseln, die Abu Dhabi bilden, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Im Februar 2007 begannen die Bauarbeiten zu diesem ehrgeizigen Projekt, Ende Oktober 2009 waren Rennstrecke inklusive Sun Tower, dem Yas Hotel sowie eine Marina fertiggestellt, sodass das Saisonabschlussrennen der Formel 1 pünktlich stattfinden konnte. Zum ersten Mal in der Formel-1-Geschichte wurde am 1. November sogar ein Rennen bis in die Abendstunden hinein abgehalten, welches teilweise unter künstlicher Beleuchtung stattfand. So wurde die mit rund 5000 LED-Leuchten bestückte und bespielbare Fassade des Yas Hotels zum Teil der Lichtshow während des Rennspektakels: Beim großen Finale waren insgesamt rund 600 Millionen Menschen an den Fernsehern rund um die Welt Zeugen, wie eine gigantische Startflagge aus Lichtpunkten über die Fassade des Hotels wehte.
LED-Streifen zieren den „Sun Tower“
Weit sichtbares Wahrzeichen des neuen Rennparcours ist der mit Solarstrom betriebene „Sun Tower“, der unter anderem die VIP-Lounge für die Scheichs von Abu Dhabi beherbergt und von dem aus die gesamte Rennstrecke zu überblicken ist. Hinter einer weißen Metallfassade zeichnen LED-Streifen grafische Muster in dynamischen Farbwechseln. Die hier eingesetzte LED-Technik stammt von dem Traunreuter Leuchtenhersteller Siteco. Das Unternehmen stattete auch die Zeltdächer der Haupttribüne und der Hauptgebäude, die Fassaden der Funktionsgebäude und des Mediacenters sowie die Mannschaftsgebäude sowohl mit Leuchten aus dem Standardprogramm als auch mit eigens entwickelten Sonderlösungen aus. So illuminieren unter anderem 20 Meter hohe Schirmleuchten aus Traunreut die Hauptzufahrten und VIP-Parkplätze. Das Besondere an den 15 eingesetzten Leuchten sind die im Durchmesser fünf Meter großen Strahler, die unter dem oberen Leuchtenschirm angebracht sind. Durch einen exakt berechneten Lichtaustritt wird das Licht punktgenau gesteuert und damit unnötige Lichtverschmutzung vermieden.
In einer kleineren Variante beleuchten die Strahler auch die Zeltdächer, die das Hauptgebäude, die „Team-Buildings“ und die Zuschauertribünen überspannen. Während die Dächer am Tage eine architektonische Referenz auf die traditionellen Beduinenzelte darstellen, dienen sie nachts als Lichtflächen. Die futuristisch anmutende LED-Außenleuchte DL 10, die in ihrer Erscheinung an einen Kobrakopf erinnert, erhellt zudem die Wege und Fassaden im VIP-Bereich. Siteco hat in Abu Dhabi Lichtakzente in die Leuchten integriert, sodass diese ganz nach Wunsch in jeder beliebigen Farbe leuchten können.
Formel 1 bei Nacht
Auch die Rennstrecke selbst ist mit neuer Technologie beleuchtet. Flutlichter von 24 bis zu 40 Metern Höhe sorgen für die Ausleuchtung des gesamten Parcours. Am Rand der Fahrbahn befinden sich Leuchtmasten mit einer Höhe von sieben bis 15 Metern, welche mittels spezieller Technologie für tageslichtähnliches Licht sorgen, das kaum Schatten wirft und die Fahrer nicht blendet. So war es möglich, dass die Fahrer während des Abschlussrennens, welches am 1. November um 17 Uhr Ortszeit begann, den Wechsel von Tages- zu Kunstlicht kaum bemerkten: Die Beleuchtung war bereits beim Start des Rennens zugeschaltet, sodass der Übergang weder für die 50 000 Zuschauer noch für die Fahrer störend wirkte. Im Gegenteil, das Rennen bei Dunkelheit sorgte sogar für einen zusätzlichen Lichtshow-Effekt – zum einen durch die spektakuläre LED-Beleuchtung und zum anderen wegen der freien Sicht auf einen schönen arabischen Sonnenuntergang.
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