Autor: Katja Neumann
„Light follows architecture“ lautete die Maxime beim Bau des jüngsten Gebäudes auf dem Novartis-Campus in Basel, dem sogenannten Maki Building. Damit darf sich der japanische Architekt Fumihiko Maki nun in die Reihe prominenter Namen wie Tadao Ando, David Chipperfield, Diener & Diener, Frank O. Gehry oder Peter Märkli einreihen, die bereits Bauwerke auf dem Gelände des Hauptsitzes des Pharmaherstellers in Basel errichteten. Seit rund zehn Jahren wird das Areal kontinuierlich erweitert. Zu den bereits bestehenden Forschungs-, Repräsentanz- und Verwaltungsbauten kam kürzlich das neue Bürogebäude WSJ 174 hinzu, nach seinem Architekten kurz Maki Building genannt, welches durch seine Klarheit und Geradlinigkeit besticht.
Das Werksgelände St. Johann der Novartis Pharma AG in Basel wird noch bis zum Jahr 2030 grundlegend umgestaltet, sodass in zwanzig Jahren rund 10 000 Menschen hier arbeiten sollen. Der Masterplan, der den Industriekomplex zu einem modernen Forschungs- und Entwicklungszentrum umgestalten und die verschiedenen Bauabschnitte zu einer Einheit zusammen führen soll, stammt von dem Architekten und Städtebauprofessor an der ETH Zürich, Vittorio Lampugnani.
Offen, transparent und großzügig
Mit dem neuen Maki Building ist der Novartis-Campus nun um ein kleines Schmuckstück reicher. Das Bürogebäude, das sich durch seine großflächige Fensterfronten hervorhebt, beherbergt auf sieben Etagen Büros für rund 150 Mitarbeiter, die sich über sogenannte „Multi-Space-Arbeitsplätze“ freuen dürfen. Dabei handelt es sich um ein Konzept, das in Zusammenarbeit mit Designern und Architekten bereits in zahlreichen Novartis-Neubauten umgesetzt wurde: ein Raum- und Arbeitsplatzangebot basierend auf verschiedenen individuellen, gemeinsamen, offenen und geschlossenen Arbeitsbereichen. Das Ziel ist, Mitarbeitern ein optimales Arbeitsumfeld zu bieten und so die interdisziplinäre Kommunikation zu fördern.
Dementsprechend offen zeigt sich auch das Maki Building. So sind die einzelnen Büroetagen durch geschossübergreifende Räume und sich durch die Etagen schlängelnde Wendeltreppen gekennzeichnet. Offenheit und Transparenz bietet das Gebäude nicht nur durch die großen Fensterflächen, die die Büros einrahmen – auch im Inneren dominiert die Großzügigkeit. Große, offene Räume ohne Wände, über die der Blick durch das fast ausschließlich in weiß gehaltene Mobiliar schweifen und durch die Fensterfront darüber hinaus ins Freie gelangen kann. Besprechungs- und Rückzugsmöglichkeiten bieten mit Stoff verhangene Pavillons, die im Raum verteilt sind.
Integrierte Beleuchtung
Dass diese Großzügigkeit nicht durch ein dominantes Beleuchtungskonzept gestört werden darf, versteht sich von selbst. Die Lichtplaner vom Büro Licht Kunst Licht, die auch bereits die Beleuchtung für das Forum 3 auf den Novartis-Campus entwickelten, standen beim Maki Building vor der Herausforderung, die Glasfronten von Leuchtkörpern freizuhalten, aber gleichzeitig für eine optimale Büro-Ausleuchtung zu sorgen. Gelöst wurde diese Aufgabe mit einer Sonderanfertigung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller Siteco entwickelt wurde: Realisiert wurde eine Leuchte mit einer Lichtpunkthöhe von 1,40 Meter. Dieser Abstand ist deutlich näher am Blickfeld des Mitarbeiters als beispielweise bei einer Stehleuchte, die eine Lichtpunkthöhe von rund 1,90 Meter besitzt. Durch diesen vergleichsweise geringen Abstand konnten LED-Leuchtmittel eingesetzt werden, die für die direkte Beleuchtung sorgen. Die indirekte Ausleuchtung der Büroräume erfolgt über eine homogene Deckenausleuchtung. Darüber hinaus wurden, korrespondierend zu den LED-Leuchten auf den Schreibtischen, Sideboard-Leuchten mit einer exakt gleichen Lichtpunkthöhe auf den Büromöbeln eingesetzt, die ebenfalls die Decke dezent anstrahlen.
Büroleuchte als Möbel
Zwischen zwei gegenüberliegenden Schreibtischebenen wurde zudem eine Mittelkonsole installiert, auf der eine zwei Meter lange Leuchte in 70 Zentimetern Höhe über der Arbeitsfläche integriert ist. Die Leuchte ist damit ein Bestandteil des Büromöbels, das von dem Hersteller Bene in Abstimmung mit den Lichtplanern entwickelt wurde. Dieses Möbel übernimmt für die Beleuchtung gleich zwei Funktionen: Zum einen leuchten LEDs direkt den Sehbereich auf der Arbeitsfläche aus, zum anderen hellen Leuchtstofflampen als Indirektkomponenten zusätzlich die Decke auf, was einen weichen und harmonischen Raumeindruck ergibt. Das Direktlicht kann jeder Mitarbeiter an seinem Tisch individuell einstellen. Durch die ungewöhnliche Position der Leuchten musste für entsprechende Einblendung gesorgt werden. Schließlich können stehende Personen von oben direkt in die Leuchte schauen. Eingesetzt wurden zu diesem Zweck spezielle Mikroprismenplatten von Siteco, die das Licht homogen auskoppeln und für eine vollständige Rundumentblendung sorgen.
Neben LED-Leuchten wurden übrigens lediglich T16-Leuchtstofflampen verwendet. Beide Leuchtmittel bieten im Vergleich zu Kompaktleuchtstofflampen eine höhere Effizienz, wodurch die Anschlussleitung für jeden Arbeitsplatz reduziert werden konnte. Weitere Einsparpotenziale bietet auch die tageslichtabhängige Lichtsteuerung der Indirektbeleuchtung, die nur zum Einsatz kommt, wenn das Tageslicht nicht ausreicht.
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