Information als Baustoff

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Text: Tim Berge, Foto: Claus Morgenstern, 05.11.2013

Hersteller: planmöbel

Wie schafft man die architektonische Identität für ein Unternehmen, das mit Informationen handelt – einer Ware, die sich durch Dynamik, aber auch durch Unsichtbarkeit auszeichnet? Für die Mannheimer Agentur ajando Next Level entwarf der Architekt Peter Stasek zusammen mit den Karlsruher Gestaltern Loftwerk ein Open Space-Büro, das dem digitalen Datenfluss eine gebaute Form verleiht. 

Informationsaufnahme, Informationsverarbeitung und Informationsweitergabe: Das Kerngeschäft der Firma Ajando dreht sich um ein Produkt, das in stetiger Bewegung ist. Daher war es für die Geschäftsleitung nicht nur von großer Bedeutung, offene Raumstrukturen und eine flexible Möblierung zu schaffen – das Thema „Dynamik“ sollte auch Hauptelement des Corporate Architecture-Konzeptes werden und eine inspirierende Wirkung auf die Mitarbeiter und Gäste haben: Information als Baustoff. 

Fließender Raum
Peter Stasek formuliert das Gestaltungsmotto mit einem Zitat des Anfang des 20. Jahrhunderts wirkenden Wiener Architekten Josef M. Hoffmann: „Wegziel ist gleich Raumziel“. Genau wie die Information sollen auch Angestellte und Gäste ohne Umwege zum jeweils richtigen Ort geführt werden, an dem ihr Anliegen aufbewahrt oder bearbeitet wird. Die Wegführung und diverse „Abkürzungen“ spielten daher eine entscheidende Rolle bei der Raumgestaltung: So wurden direkte und visuelle Verbindungen geschaffen, die ein schnelles Handeln ermöglichen und die Kommunikation vereinfachen sollen. Fließende Formen, wie bei der die Geschosse verbindenden Wendeltreppe, und glänzende Oberflächen erzeugen ein zusätzliches Spannungsfeld und verleihen der Agentur ihre gebaute Identität. 

Die schlichte, schwarz-weiße Möblierung der Büro- und Meetingräume besticht als Kontrast zu den repräsentativen Eingangs- und Konferenzbereichen. Hier kommt das flexible Tischsystem m-pur von Planmöbel voll zur Geltung – mal als großzügiger Konferenztisch, dann als kompakter Arbeitsplatz. 

Lichtwellen
Das Beleuchtungskonzept wurde gemeinsam mit den Lichtgestaltern Speyer entwickelt und untermalt das architektonische Gestaltungskonzept. „Die Illumination der Wege, der Lobby sowie des gesamten Großraumbüroraumes wurde unter dem Motto ‚Licht als Welle, Licht als Teilchen‘ ausgebildet“, erklärt Architekt Peter Stasek. Im Konferenzraum werden auf einer 7,5 Meter langen LED-Wand mittels einer „lichtstrukturerzeugenden Stoffbespannung“ wellenartige Muster dargestellt: Informationen fließen hier tatsächlich. In den offenen Arbeitsbereichen kommen programmierbare Power-LEDs zum Einsatz und sorgen für einen sich stetig wandelnden Hintergrund. Die Gestalter wünschen sich, dass das Beleuchtungskonzept „als eine weitere Sichtbarmachung der Informationsflüsse“ wird: Unternehmensstrategie, Raum- und Lichtdesign als dynamische Einheit.

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