Arne Jacobsen und das neue Badezimmer

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Text: Claudia Simone Hoff, 04.03.2013


Sie ist ausgesprochen formschön, mit großer handwerklicher Präzision gefertigt, funktional und nachhaltig: die Vola-Armatur von Arne Jacobsen. Zum 45. Geburtstag des erfolgreichen Klassikers aus Dänemark haben wir die Geschichte des Unternehmens etwas genauer unter die Lupe genommen und festgestellt: Arne Jacobsens epochaler Entwurf ist auch Dreh- und Angelpunkt jeder Neuentwicklung von Vola.
 


Anfang der sechziger Jahre war das Konzept einer stringenten Gestaltung völlig neu. Denn damals herrschte im Badezimmer mit vielen unterschiedlichen Armaturen und Accessoires ein ästhetisches Durcheinander. Verner Overgaard aus der Gründerfamilie des Herstellers hatte den dänischen Architekten und Designer 1961 mit der Weiterentwicklung einer genialen Idee beauftragt: Alle mechanischen Teile einer Armatur sollten in der Wand verborgen werden. Damit war der Startschuss zur Umwandlung der rein funktionalen Nasszelle in einen Wohn- und Lebensraum gefallen. Overgaard hatte mit Arne Jacobsen das große Los gezogen, denn der Designer näherte sich der Gestaltung des Interiors ebenso perfektionistisch wie der Architektur.

Vom Funktions- zum Lebensraum mit HV1

Jacobsens durchdachte Vorgehensweise im Designprozess sieht man seiner Armatur für Vola an – was besonders im Vergleich mit den vielen Imitationen, die den Markt geradezu überschwemmen, auffällt. Nur HV1 von Vola wartet mit solch fein austarierten, perfekten Proportionen auf. Seit 45 Jahren bildet der Entwurf den gestalterischen Ausgangspunkt für ein modulares System, das alle im Badezimmer und in der Küche notwendigen Armaturen und Accessoires umfasst. „Designklassiker sind der Beweis dafür, dass es bleibende Werte für gutes Design gibt“, so Carsten Overgaard, Managing Director von Vola. Die anhaltende Aktualität von HV1 liegt jedoch nicht nur in ihrer perfekten Form – Material und Verarbeitung tun ihr Übriges. Zudem ist die Armatur ein nachhaltiges Produkt, denn sie drosselt den Durchlass von sechs Liter Wasser pro Minute, wie bei herkömmlichen Mischbatterien, auf fünf Liter.

Made in Denmark

Sämtliche Produkte von Vola werden im eigenen Werk im dänischen Horsens gefertigt. Das ausgeklügelte Design, die Präzision der Herstellung und die Verwendung qualitativ hochwertiger Materialien sind bei Vola tief in der Unternehmenskultur verwurzelt. Jedes Detail im Design- und Fertigungsprozess wird kontinuierlich überprüft und verbessert – bis hin zu den Händlern und Installateuren, die in der Vola Academy direkt am Produkt geschult werden. Denn schließlich will auch die richtige Installation von HV1, FS1, 060 & Co. gelernt sein. Alles zusammen bildet das Qualitätsversprechen, das dem Kunden gegeben wird und erklärt auch den relativ hohen Preis – gerade im Vergleich zu den Imitationen. Die Verwendung von massivem Edelstahl, der direkt aus Edelstahlrohren ausgefräst wird, ist ebenfalls ein Kostenfaktor. Vola-Armaturen können in verschiedenen Oberflächenausführungen hergestellt werden, auch wenn die gebürstete Edelstahloberfläche der unangefochtene Verkaufsschlager ist. Die Armatur ist außerdem in Chrom, weiteren Edelmetallen und Beschichtungen sowie einer Vielzahl von Farben erhältlich.
 
Wellness ohne Schnörkel

Seit einigen Jahren hat der Wellness-Gedanke – verbunden mit der zunehmenden Verschmelzung von Schlafzimmer und Bad – auch im privaten Haushalt Einzug gehalten. Da gibt es komplette Saunen, die man einfach nur in die Steckdose stöpseln muss, Aromaduschen oder wahre Beleuchtungswunder. Für Vola bedeutet Wellness im Badezimmer jedoch weniger komplizierte Technik als Entspannung, Ruhe und Energie durch reduziertes schnörkelloses Design. Ein gutes Beispiel dafür ist der als Einbausystem konzipierte Handtuchwärmer T39, bei dem alle technischen Funktionsteile in der Wand verschwinden. Zahl und Anordnung der Heizstäbe sind frei kombinierbar. Oder aber die Wannenarmatur FS1, die frei im Raum positioniert werden kann und wie eine Skulptur anmutet. Entstanden aus der Zusammenarbeit mit dem dänischen Architekturbüro Aarhus Arkitekterne A/S, gibt es ergänzend dazu die für die Waschsäule konzipierte Armatur FS2 mit hohem, filigranem Auslauf sowie die Duscharmatur FS3, die sich besonders gut im Freien macht. Apropos Dusche: Der dänische Hersteller hat nicht nur verschiedene Kopf- und Seitenbrausen im Sortiment, neu auf dem Markt ist die Runde Kopfbrause 060. Sie verfügt über 18 Reihen mit jeweils zwölf Gummidüsen, aus denen das Wasser in zwei wählbaren Durchflussmengen braust. Entwickelt wurde das Objekt aus der Runden Serie, die ebenfalls von Aarhus Arkitekterne entworfen wurde. Die Serie von kreisrund gestalteten Accessoires für das Badezimmer umfasst auch einen wandmontierten Abfallbehälter sowie einen Papierhandtuchspender.

Zeitlos durch die Zeit

Sämtliche Produkte von Vola sind aufgrund ihres Systemdesigns ohne Stilbrüche untereinander kombinierbar und ergeben deshalb immer ein harmonisches Ganzes. Torben Madsen von Aarhus Arkitekterne bringt Volas Idee vom neuen Badezimmer auf den Punkt: „Das Bad ist ein sehr persönlicher Raum, in dem man auch vom hektischen Alltag abschalten möchte. Deshalb sollte das Bad von Ruhe und Harmonie geprägt sein. Hier finde ich das minimalistische Design von Vola ideal, alles Überflüssige ist in der Wand versteckt. Das Design im Bad sollte zeitlos sein, denn eine Badgestaltung bedeutet eine große Investition. Das Bad gehört nicht zu den Räumen, die man jedes Jahr nach der gerade herrschenden Mode umgestaltet.“
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